Ich habe ihn gestern gesichtet. Den ersten Regenbogen. Wie, fragt ihr vielleicht etwas überrascht, gestern gab es doch keinen Regen und so auch keinen Regenbogen, was soll das denn? Doch, in der Dorfstraße in Emmelsbüll gibt es einen, am Mathildenhof: ein großer, schöner Regenbogen ist da zu sehen, der auch nachts nicht verschwindet. Von Kinderhänden liebevoll gestaltet. Er ist Teil einer weltweiten Aktion anlässlich der Coronakrise und soll unterstreichen: Wir bleiben zu Hause. In Italien ist diese Aktion entstanden. Regenbogen werden gemalt: damit Kinder eine Aufgabe haben, und damit sie, wenn sie mal draußen unterwegs sind, an anderen Häusern erkennen, dass da auch Kinder sind, die jetzt viel Zeit zu Hause verbringen müssen.

Heute war unsere Rückfahrt geplant. Vier Tage Konfirmandenfreizeit in Bremerhaven. Die Abschlussfahrt nach einem Jahr gemeinsamem Unterricht sollte es werden, Bremerhaven haben sich die Jugendlichen selber als Ziel ausgesucht. Das Klimahaus wollten wir besuchen, einen Blick ins Auswandererhaus werfen, freie Zeit genießen, einen Gottesdienst in Bremerhaven erleben, eine Hafenrundfahrt machen und einfach auch ganz viel Spaß haben, vier Wochen vor dem geplanten Vorstellungsgottesdienst und den im Mai dann folgenden Konfirmationen. Seit Anfang März 2020 ist alles anders. Die Freizeit mussten wir absagen. Die letzten Proben für den Vorstellungsgottesdienst konnten alle nicht mehr stattfinden. Für die Konfirmationen im Mai haben wir nun Ausweichtermine im September gefunden.

Unser heutiger Morgenimpuls kommt von Pfarrer Günter Hirt, in Horsbüll zu Hause, vielen in unserer Region sehr bekannt als auch im Ruhestand noch sehr aktiver katholischer Pastor und Seelsorger und Organisator der segensreichen Lebens-hausarbeit in Uganda:

„Wir können nicht auf etwas vorbereitet sein, wenn wir eigentlich glauben, dass es gar nicht geschehen wird.“ Diese Feststellung von Nelson Mandela bezog sich ursprünglich wohl auf die politische Lage in Südafrika und das Bemühen um Änderung zum Guten. Mandela glaubte daran, dass sich wirklich etwas zum Guten wenden lässt – und er engagierte sich total dafür. Seine Grundaussage können wir heute auch anwenden auf die Fragen um Klimawandel, um Flüchtlingselend und jetzt auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ich brauche und will hier nicht bekannte Details wiederholen. Statt dessen frage ich mich und euch: Glaube ich, glaubst Du, dass der Wandel, die Umkehr wirklich (noch) geschehen kann? Wenn ja, welche Schritte gehe ich dafür ganz konkret? Und die Ermutigung dazu finde ich in Gottes Zusage, dass ER immer bei uns ist. Das macht frei zum Handeln und lässt uns auf die Zukunft vorbereiten – Heil für alle erbittet in Dankbarkeit

Euer Günter Hirt, Pfarrer i.R.

Am Sonntag dem 29. März um 10 Uhr kommt der Gottesdienst aus unserer Kirche St. Gallus in Neugalmsbüll. Er wird Live auf der Facebookseite unserer Kirchengemeinde gestreamt:

 

Facebookseite der Kirchengemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll

 

Der Link funktioniert hoffentlich auch für Interessenten, die keinen eigenen Facebook-Account haben. Bitte einfach ausprobieren.

Nach dem Gottesdienst wird das gespeicherte und allgemein zugängliche Video so schnell wie möglich hier zur Verfügung gestellt.

 

Lieder im Gottesdienst: EG 76 – 396 – 391 – 449.

Nun läuten sie also – die Glocken der gut 1000 Kirchen unserer Nordkirche, und das in der Regel alle um 12.00 Uhr: Läuten als Ruf zum Gebet für unser Land und für die anderen Länder, die von der Pandemie betroffen sind. Gebet für Ärztinnen, Ärzte, Schwestern und Pfleger, für Erkrankte und von Erkrankung Bedrohte, für Menschen in Quarantäne und die, die für sie sorgen. Gebet für Menschen, die existentielle Sorgen haben, weil ihr Geschäft nun geschlossen hat und die Aufträge wegbrechen. Gebet für die Verkäuferinnen und die LKW-Fahrer und die Polizisten und die Postzusteller und die vielen, die weiter im Einsatz sind. Beten dafür, dass bald ein Heilmittel gegen Corona und auch ein Impfstoff gefunden wird. Und noch für so viele andere Anliegen in dieser schweren Zeit.

„Habt ihr das gelesen?“ , fragt ein Kollege in unserer Facebook-Pastorengruppe und postet dann einen Zeitungsartikel des Südkuriers. Na ja, dessen Verbreitungsgebiet ist so ziemlich der geographisch entgegengesetzte Bereich des Nordfriesischen Tagblatts. In dem Artikel beklagt der Autor, dass Kirchen in der Corona-Krise allzu schnell sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hätten. Klaglos wären Kirchen geschlossen und schnell mal das Osterfest für abgesagt erklärt worden. Im Web tummelten sich zwar tausende Online-Angebote, aber der Personenkreis, der besonders die Kirche sucht, die Älteren, würden nicht erreicht. Pastoren ziehen sich zum Eigenschutz in ihre vier Wände zurück und lassen die Herde allein.

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