So hatte ich mir das nicht vorgestellt: die Passionszeit derart körperlich leidend zu beginnen. Na ja, es ist nur eine Kleinigkeit, ein vereiterter Daumen, aber ihr wisst ihr, wir Männer sind da gerne etwas wehleidiger., darum wollte der liebe Gott uns ja auch nicht mit dem Kinderkriegen betrauen ... Jetzt ist er erst einmal behandelt und verbunden, der eitrige Daumen, und wenn es dann nochmal pocht und zieht, versuche ich tapfer daran zu denken, wie viel unendlich mehr an Leiden unser Herr Jesus für uns auf sich genommen hat! Ja, wir sind im Kirchenjahr in der Passionszeit gelandet. 47 Tage sind es bis Ostern. Ja, 47 – keine 40 Tage oder sieben Wochen, wie es manchmal scheint, etwa bei der Aktion „7 Wochen ohne“. Wobei schon in alter Zeit diese Zeit vor Ostern als Fastenzeit begangen wurde, aber die Sonntage der Fastenzeit waren vom Fasten ausgenommen. Und so wurden dann aus 47 Tagen von Aschermittwoch bis Ostern effektiv 40 Fastentage, die an Jesu 40 Tage in der Wüste, bevor er öffentlich anfing zu predigen, erinnern oder auch die 40 Tage der Sintflut oder die 40 Jahre der Wüstenwanderung des Volkes Israel. 40 Tage sind eine Zeitspanne, die der Vorbereitung auf etwas Neues dienen soll.

Wir bereiten uns auf Jesu Sterben vor und auf die Osterbotschaft, dass der Tod besiegt ist. Manche nutzen diese Zeitspanne um bewusst auf eine sonst liebe Gewohnheit zu verzichten: Fernsehen, Rauchen, Süßigkeiten, Alkohol. Weil der Verzicht gut tun kann und um in dieser Zeit verstärkt daran zu denken, was Jesus alles auf sich genommen hat für uns Menschen: er hat den Himmel aufgegeben um bei uns auf der Erde zu sein, er hat seine göttliche Macht aufgegeben um am Kreuz zu leiden und zu sterben – für unsere Schuld und um uns das ewige Leben zu schenken, sagt die Bibel. Andere sehen diese Tage weniger unter dem Stichwort des Verzichtes, sondern des inneren Reichwerdens, indem sie einfach mal etwas Neues ausprobieren: statt viel fernsehen eher Bücher lesen. Vielleicht in der Bibel blättern. Mehr Zeit nehmen für Sport, für andere Menschen, für ein Projekt, das lange aufgeschoben war. Und machen sich bewusst, dass Gott noch so viel mehr in jedem Menschen angelegt hat, als wir im Lauf unseres Lebens alles entdecken können! – Eine neue Seite an sich entdecken, die vielleicht spannend und aufregend sein kann und vielleicht noch nachwirkt weit über die Passionszeit und Ostern hinaus – das kann en Projekt werden für diese Zeit! Gerade, wo so viele schon so lange auf so vieles verzichten müssen wegen der Covid-19-Pandemie. Wo Menschen leiden, körperlich, seelisch, mehr als in früheren Jahren. Da kann diese Passionszeit besonders wichtig sein. Eben nicht unter der Überschrift: nun kasteit euch noch mehr und verzichtet noch mehr! Sondern als Zeit des Zuspruchs und der Hoffnung. Gott ist bei dir in allem Schweren, in allem Leid. Er fühlt mit. Er weiß, wie es dir geht. Er will dich stärken und stützen und dir zeigen, wie lieb er dich hat. Er will deinem Leben Freude geben und Erfüllung. Er lässt dich nicht fallen! Können wir so diese Passionszeit angehen? Und einander das noch viel bewusster sagen und zusprechen: Gott ist bei dir und hat dich lieb! Lasst uns dabei nicht nur um eigene Sorgen kreisen, sondern auch über den Tellerrand schauen, Sorgen anderer wahrnehmen, Anteil nehmen, einander Mut zusprechen, füreinander beten? Wollen wir so diese Passionszeit miteinander erleben? – Ich versuche jeden Tag hier an dieser Stelle wieder einen kleinen Impuls zu geben. Einen Bibelvers, einen Gedanken, eine Liedstrophe vielleicht. Nicht so lange wie heute 🙂! Und wenn ihr eine Frage habt. Oder einen Bibelvers, den ihr gerne weitergeben wollt. Oder ein Gebetsanliegen. Oder ein Gedanken, der hier auf unserer Seite auch erscheinen darf. Dann schreibt es mir gerne – und gerne dürft ihr auch mal einen Tag mit einem Impuls von euch übernehmen! Wollen wir es so machen?! Ich freue mich auf die Zeit und den Austausch mit euch! – Und lasst uns auch im Gebet verbunden sein. Ich bitte euch heute doch gemeinsam zu beten für eine Frau, die gerade von ihrer Krebserkrankung erfahren hat. Sie hat schon einiges durch. Jetzt hat sie noch verschiedene Arzttermine. Aber macht sich viele Sorgen. Ihre Enkel sind noch klein, und sie hat noch so viel vor. Lasst uns beten, dass sie und alle, die gerade solche Diagnosen erfahren haben: nicht aufstecken. Dass sie gesund werden. Dass sie kämpfen. Hilf du, guter Gott, der dir kein Leid fremd ist. Hilf ihnen den Kopf oben zu behalten, schenke Heilung und Heil, sei du da mit ganzer Kraft! Sie brauchen dich! Wir brauchen dich! Amen! – In dem Sinne: bleibt behütet!

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