Da war es also passiert! Mehrfach hatte ich, frischverliebt wie ich war, meiner angehenden Braut nun schon Blumen geschenkt. Aber just am 8. März waren keine dabei! Auch nicht die traditionelle Rose. Und ich war mir noch nicht einmal einer Schuld bewusst. 8. März – die Bedeutsamkeit dieses Tages war mir nicht bewusst. Da bin ich in einem westdeutschen, eher konservativen Elternhaus aufgewachsen. Schlimm wäre es gewesen den Muttertag zu vergessen! Aber der Weltfrauentag wurde nie besonders begangen. Bei meiner Frau, im Osten sozialisiert, war das etwas ganz anderes!

Und ich stand da ohne Blumen! – Seit des damaligen Crashkurses in Sachen Frauenrechte durch meine Frau weiß ich nun Bescheid. Heute ist es wieder so weit. Internationaler Weltfrauentag. Immerhin vor genau 111 Jahren gefordert auf der Zweiten Sozialistischen Weltfrauenkonferenz in Kopenhagen durch die Deutsche Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin gefordert und dann vor 110 Jahren das erste Mal begangen. Und der Tag ist heute immer noch sehr nötig! Von der Gleichberechtigung von Frauen in unserer Gesellschaft trennt uns immer noch einiges – etwa die durchschnittlich 20% weniger Gehalt, die Frauen bei gleicher Arbeit gegenüber männlichen Kollegen in Deutschland verdienen. Und dass die Hauptverantwortung für Pflege von Familienangehörigen und Erziehung der Kinder noch immer – scheinbar wie selbstverständlich – bei den Frauen liegt. – Unsere Kirche war nun auch keine Vorkämpferin der Frauenrechte. 1943 wurde erstmals in einer evangelischen Kirche eine Frau zur Pfarrerin ordiniert, aber bis Pfarrerinnen und Pfarrer gleich behandelt wurden, vergingen auch noch mal bald 40 Jahre. Also, ein ganz wichtiger Tag. Und ich – habe keine Blumen! Meine Frau schläft noch – für sie ist ja heute Feiertag. Also noch habe ich eine kleine Chance es rechtzeitig zu schaffen! Da trifft es sich gut, dass ich für den Impuls zurückgreifen kann auf eine wunderschöne Aktion von Frauen: Meine liebe Kollegin und frühere Schulkameradin Ute Trimpert hat als katholische Gemeindereferentin in ihrem Seelsorgebereich Bronheim-Vorgebirge gemeinsam mit Dorothy Gockel eine super Aktion für Frauen ins Leben gerufen: #segensfaden! Es soll gerade in diesen schweren Pandemiezeiten ein Segensfaden geknüpft werden, der Menschen weltweit miteinander verbindet. „Es gibt einen Faden, der läuft hinauf und hinab, nachlinks und nach rechts und verbindet alles.“ (Manuela Monari). Es gilt über den roten Faden des eigenen Lebens nachzudenken, zu spüren, was Euch wichtig ist und was die Welt zusammenhält, wie wir uns gemeinsam stärken können, wie auch der Glaube uns miteinander verbindet. Es gilt ein weltweites Segensnetz zu spannen, anknüpfend an den Liebesfaden, den Gott für uns geknüpft hat und uns darreicht. In der Krippe macht sich Gott klein um uns seine Liebe zu zeigen und legt den Liebesfaden dort gleichsam einer Nabelschnur um die Welt. – Darum, ich wende mich heute besonders an euch Frauen: Macht doch gerne mit! Schickt euren roten Faden des Lebens auf die Reise: ein Wort, das euch trägt, ein Zuspruch, der andere ermutigt. Macht ein Foto mit einem roten Faden aus Wolle oder was auch immer, ein Foto, das euch zeigt oder etwas, das euch viel bedeutet, oder ein roter Faden in unserer wunderschönen nordfriesischen Landschaft. Schickt das Foto oder schreibt eine Postkarte, macht ein Handyvideo, häkelt, strickt einen roten Faden. Und schickt das, was ihr habt, an: Ute Trimpert, Travenstr. 11, 53332 Bornheim. – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Weitere Angaben auf den beiden Blättern, die ich gleich mitschicke. Daraus soll ein Segensnetz, eine Segenskette stehen, die in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wird unter #segensfaden. Wäre super, wenn Nordfriesland mitmacht! Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald Foto: Gestern mein Segensfaden auf Südwesthörn mit Blick auf Föhr. Mein Mutmachvers der Bibel: Gott spricht: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Sei getrost und unverzagt.“ (Josua 1,5-6)

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