Die vierte Woche der Passionszeit hat begonnen. Die Aktion „Sieben Wochen ohne“ stellt sie in diesem Jahr unter die Worte: Dir zuliebe? Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockade. Dir zuliebe: Was tun wir im Leben so ganz ohne jeden Eigennutz? Was tun wir so ganz: einem anderen, einer anderen zuliebe? Was hat jemand anderes für euch getan, einfach so, weil es euch gut tun sollte? – Oft handeln wir nach dem Gegenseitigkeitsprinzip: Ich tu dir Gutes, damit du mir Gutes tust. Oder: Ich tue dir Gutes, weil du mir Gutes getan hast. Wie hab ich mich manchmal geziert, an Weihnachten mir etwas schenken zu lassen von jemandem, für den ich kein Geschenk vorbereitet habe?

Wie vielen Einladungen bist du vielleicht nicht nachgekommen im Leben, weil du dachtest: Dann muss ich ihn/sie ja auch wieder einladen! – Wie kann ich das wieder gut machen?, sagte uns jemand, die wir kürzlich im Rahmen unserer Hilfsaktion von Seebrise und Kirche mit Lebensmitteln belieferten. „Du bist da, das macht alles gut!“ ist dann die einzig passende Antwort! „Dir zuliebe“ – davon lebt jede Familie: dass da Menschen füreinander da sind ohne aufzurechnen. „Dir zuliebe“ – das ist der Esprit einer wahren Freundschaft, wo es einfach darum geht, dem anderen etwas Gutes zu tun. „Dir zuliebe!“ Was tun wir alles, wenn wir verliebt sind. Dinge, die wir sonst wohl nie getan hätten. In einem Lied von der Gruppe Revolverheld ist das so schön beschrieben:

Ich lass für dich das Licht an obwohl's mir zu hell ist

Ich hör mit dir Platten, die ich nicht mag

Ich bin für dich leise, wenn du zu laut bist

Renn' für dich zum Kiosk, ob Nacht oder Tag

Ich lass für dich das Licht an, obwohl's mir zu hell ist

Ich schaue mir Bands an, die ich nicht mag

Ich gehe mit dir in die, schlimmsten Schnulzen

Ist mir alles egal, Hauptsache du bist da.

„Dir zuliebe“. Natürlich sind da oft dennoch noch gut eigennützige Hintergedanken mit dabei. Wir erhoffen uns etwas auch für uns selbst. Aber zuallererst versetzen wir uns in einen anderen Menschen hinein, überlegen, was ihm gut tun würde, was sie erfreuen würde, und versuchen dem nachzukommen. Und manchmal reicht als Belohnung für uns völlig: das Strahlen in den Augen des anderen wahrzunehmen. „Dir zuliebe!“ Das gibt unserem Leben doch erst richtig Erfüllung. „Dir zuliebe“ hat dich deine Mama 9 Monate getragen und so viel Entbehrungen auf sich genommen, bis sie dich zur Welt brachte. „Dir zuliebe!“ verzichten Eltern auf Urlaub und manche Anschaffung, die eben mit Kind finanziell nicht drinnen ist. „Dir zuliebe!“ Spenden Menschen Gelder für andere, die sie gar nicht persönlich kennen, aber sie sind berührt von der Not, die es in der Welt gibt. „Dir zuliebe!“ lässt ein Herzensmensch alles fallen, wenn du Hilfe brauchst, und kommt sofort angerannt. „Dir zuliebe!“ wird Gott Mensch, tauscht den Himmel gegen die Erde, nimmt Grenzen, Leid und Schmerzen, sogar den Tod auf sich – um dir und mir nur noch näher zu kommen. „Dir zuliebe!“ Das ist Erfüllung des Lebens! Paulus schreibt: „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen…sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ (1. Korinther 13). „Dir zuliebe!“ –

So bleib gut behütet! – Euer Pastor Gerald

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Foto: Euch und Gott zuliebe – zaubern Menschen in unseren Kirchen und machen solch schöne Dekorationen – Dank an alle Küsterinnen und Küster dieses Planeten!