„Wir leben oder wir sterben, so sind wir des Herrn.“ (Römer 14,8) Was für ein schöner Genitiv in der Lutherübersetzung: wir sind „des Herrn“. Der Genitiv der Zugehörigkeit ist das. Wir gehören zu Gott. Wir haben bei ihm unser Zuhause. Einen Stein im Brett. Einen Stammplatz in seinem Herzen, wenn wir so menschlich von Gott reden dürfen. Wir gehören zu ihm. „Er gehört zu mir wie sein Name an der Tür!“ – Ja, das ist in ganz anderem Zusammenhang gesungen, aber Gott und ich – Gott und du: das soll einfach ein Team sein, das durch nichts auseinander zu bringen ist! Wenn wir manchmal suchen, zweifeln, fragen: Wo gehöre ich eigentlich hin? Ruft der ganze Himmel schon längst: „Du gehörst doch zu mir! Ich bin dein Gott und bin für dich da!“ – Wenn wir manchmal mit uns ringen: Wohin kann ich mit dieser Schuld, mit jener Last schon gehen? – sagt Gott zu uns: „Ich trage doch längst mit an deiner Last und hab deine Schuld schon vergeben.“ Wir gehören zu Gott.

Nicht in dem Sinne einer absoluten Verfügung, dass Gott über uns seinen Besitz reklamiert: im Gegenteil, bei Gott ist Freiheit. Er liebt uns und möchte von uns geliebt werden, aber Liebe gibt es nur als freie Antwort, nicht als Zwang. Gott lässt uns alle Freiheit ihn mitzunehmen auf unseren Weg, ganz bewusst mit ihm jeden Tag zu leben, ihn einzubeziehen in unser Leben, im Teil zu geben, in dem wir mit ihm reden, zu ihm beten, an ihn denken, manchmal fragen: Was würde Gott jetzt von mir wollen? – Oder eben auch ohne ihn in den Tag zu leben. Aber sein Angebot steht. Sein Herz schlägt für uns. Er ist bereit für uns. Für Paulus im Römerbrief ist es eine Botschaft voll Hoffnung: „Wir leben oder wir sterben: so sind wir des Herrn.“ Wenn wir Angst haben in dieser Pandemiezeit, strahlen diese Worte etwas Ruhe, etwas Beruhigendes aus: Wir können vieles nicht ändern und auch nicht alles beeinflussen oder verhindern. Aber wir sind des Herrn! Nachher muss ich auf den Friedhof, Angehörige müssen von einem lieben Menschen Abschied nehmen. Aber auch sie sollen wissen: Auch am Ende unseres Lebens fallen wir nicht ins Nichts – sondern nur in die ausgebreiteten Hände Gottes. Und da dürfen wir auch die wissen, die uns fehlen, weil wir sie hier schon losgeben mussten. „Wir leben oder wir sterben – so sind wir des Herrn!“ Ihr Lieben, am kommenden Sonntag laden wir nach längerer Pause wieder zu Präsenzgottesdiensten ein. Das heißt: auch Gemeinde darf kommen! Entsprechend der Corona-Bedingungen, mit Mund-Nasen-Bedeckung und Abstandshaltung, aber Gemeinde darf dabei sein. Und zusätzlich werden wir dennoch den zweiten Gottesdienst aus Emmelsbüll um 11.00 Uhr auch live streamen. – Sonntag, .30 Uhr Horsbüll – 11.00 Uhr Emmelsbüll. Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

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Fotos: Letztes Jahr wurden zu Beginn der Pandemie diese Hoffnungsbanner an der Emmelsbüller und Horsbüller Kirche aufgehängt.