Die Legende vom Schachspiel Nach einer Legende aus Indien hat Sissa ibn Dahier das Schachspiel erfunden. Er lebte angeblich im dritten oder vierten Jahrhundert nach Christus. Damals, so erzählt die Legende, habe der indische Herrscher Shiram sein Volk tyrannisiert und das Land ins Elend gestürzt.

Da erfand der Brahmane Sissa ein Spiel, das selbst der König nicht alleine spielen kann, und das zudem symbolisiert, dass ein König ohne die Hilfe anderer Figuren, und dazu gehören gerade auch die Bauern, nichts ausrichten kann. Dieses Spiel habe den Herrscher sehr beeindruckt. Schnell ließ er das Schachspiel im ganzen Land verbreiten und hatte nun, vom Spiel gebannt, gar nicht mehr so viel Zeit sein Volk zu drangsalieren. Er wurde zusehends großzügiger und milder. Einen Wunsch gab er Sissa frei – und dieser wünschte sich: Weizenkörner. Auf das erste Feld des Schachspiels sollte ein Korn gelegt werden, auf das zweite die doppelte Menge, also zwei Körner, auf das dritte vier und so weiter. Der Herrscher Shiram soll zunächst erbost gewesen sein über die Bescheidenheit des Wunsches. Aber als er Tage später bei seinem Hof nachfragte, wann er Sissa die Belohnung überreichen könnte, bekam er zur Antwort, dass alle Wissenschaftler und Rechenmeister des Landes immer noch nicht die Menge der Weizenkörner berechnet hätten…Noch war nicht geklärt: woher so viel Getreide nehmen. Und wie so viel Getreide herbeischleppen. Und erst recht war die Unmöglichkeit klar: dass man nicht erst auf dem letzten, dem 64. Feld eines Schachspiels, eine so gigantische Menge gar nicht unterbekommen würde. Obwohl alles doch ganz klein anfing mit nur einem Weizenkorn, das sich auf jedem Feld verdoppelt! Aber insgesamt handelte es sich am Ende um – ach was! Unsere Tochter Martha hatte diese Aufgabe kürzlich im Mathematikunterricht zu berechnen. Mit Taschenrechner. Wenn ihr mögt, rechnet doch auch mal! Und morgen im Gottesdienst – analog oder digital – oder, wer es verpasst, am Montag hier auf unserer Facebookseite: gibt es die Antwort 😊. Und wenn ihr eure Zeit anders nutzen wollt als mit Rechnen, dann spielt an diesem stürmischen, regnerischen Wochenende doch einfach mal wieder eine Runde Schach! – Oder kommt morgen in den Gottesdienst oder schaltet euch digital zu. Bei uns sind die Kirchen wieder zum Gottesdienst geöffnet. Morgen: Gottesdienst mit Gemeinde! Horsbüll startet morgen um 9.30 Uhr – Emmelsbüll folgt um 11.00 Uhr. Leere Bänke gab es jetzt so lange – vielleicht habt ihr ja Lust und Zeit und die Möglichkeit morgen zu kommen. Immerhin ist morgen das „Kleine Osterfest“. Mehr als die Hälfte der Passionszeit ist vorbei, für die, die fasten, ist jetzt auch die Hälfte geschafft! Der vierte Sonntag der Passionszeit lenkt den Blick schon auf die Freude von Ostern. Laetare heißt der Sonntag: Freue dich. Wir dürfen ja schon darum wissen, dass am Ende nicht Kreuz und Tod, sondern Auferstehung und Neubeginn steht. Und Jesus als Auferstandener mit uns mit Gottesdienst feiert. Oder mit am Taschenrechner sitzt, wenn ihr nachher die Weizenkörner berechnet. Übrigens kommt ein Weizenkorn auch in der Predigt morgen vor! Und der Wochenspruch heißt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“(Johannes 12,24). Ein Weizenkorn vervielfältigt sich, wenn eine neue Ähre aus ihm wächst. Und Jesus, am Kreuz scheinbar gescheitert, in ein dunkles Grab gelegt – aus ihm erwächst eine Bewegung, eine Botschaft, eine Gewissheit, die noch heute Menschen begeistert, tröstet und stärkt. Er ist da. Wir sind nicht allein. Auf Dunkel folgt Licht. Auf Tod Leben. Das ist das Wunder von Ostern! Digital könnt ihr übrigens euch auch weiter dazuschalten: um 11.00 Uhr aus Emmelsbüll wird live gestreamt.

Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

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