Ein 10.000 Jahre alter Korb. Das Skelett eines etwa 12jährigen Mädchens. das liebevoll zugedeckt wurde, wie es wohl die Eltern in tiefer Trauer um ihr Kind gemacht haben müssen! Und Fragmente alter Bibelhandschriften, weit über 2000 Jahre alt. Das alles wurde jetzt gefunden in der „Höhle des Grauens“ , wie eine schwer zugängliche Höhle in der judäischen Wüste genannt wird. Ein Sensationsfund!

Der Abschnitt eines Bibeltextes stammt aus dem Propheten Sacharja ganz am Ende unseres Ersten Testaments. Auf der alten Schriftrolle ist der Wortlaut der griechischen Übersetzung des ursprünglich hebräischen Textes zu lesen, wobei der Gottesname selbst in althebräischen Schriftzeichen geschrieben ist. Der Passus lautet: „Dies sind die Dinge, die ihr tun sollt: Redet nur die Wahrheit einer mit dem anderen! Richtet wahrhaftig und recht, schafft Frieden in euren Toren. Seid nicht darauf aus, einander zu schaden, und schwört keine Meineide! Denn das hasse ich, spricht der Herr.“ (Sacharja 8, 16-17). Irgendwie großartig! 60 Jahre nach dem letzten größeren Fund alter biblischer Handschriften gibt es also immer noch solche Schätze, die in der weitläufigen judäischen Wüste lagern. Solche Nachrichten tun gut, inmitten der permanenten Pandemiemeldungen mit dritter Welle, steigenden Zahlen, Ankündigung eines möglichen neuen Lockdowns, fehlendem Impfstoff und unglaublicher Profitgier einiger politischer Akteure, die damit den so unermüdlichen selbstlosen Einsatz vieler anderer in der Politik konterkarieren. Hören wir lieber mal auf den Propheten Sacharja. Was gilt – was ist zu tun, gerade auch in schwierigen Zeiten? Da kam in dieser Höhle ja wirklich ein besonderer Text ans Licht, als würde ihn uns der liebe Gott heute ins Stammbuch schreiben: Wahrheit sagen! –Wie viele unserer täglichen Worte, die wir wechseln, müssten in Schweigen übergehen, wenn wir nur noch sagen würden, was wahr ist und was wir genau wissen! – Wahrhaftig und recht richten! Wie schnell urteilen wir über andere, ohne wirklich Bescheid zu wissen über ihr Leben! – Schafft Frieden in euren Toren! Frieden in der Welt ist so riesig schwierig zu erreichen. Aber wie oft gelingt es uns nicht einmal in unseren Familien und Nachbarschaften: Frieden zu halten, einen Streit beizulegen, aufeinander zuzugehen! – Schwört keine Meineide! Wie kostbar ist es, wenn auf uns und unser Wort Verlass ist und andere das auch spüren, dass sie vertrauen können. Wie mühsam muss gerade Politik Vertrauen wieder zurückerobern! - Und: Seid nicht daraus aus, einander zu schaden! – Ich finde das ganz schön aktuelle Worte auch für uns hier und jetzt mitten in einer Pandemie, die allen so viel abverlangt: Rücksicht üben. Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Wahrnehmen, was der andere braucht! Finanziell, sozial, seelisch, körperlich, geistlich! Lösungen finden, die dem Leben dienen , die Hoffnung machen, die dem jeweils anderen auch etwas zutrauen, die zugleich immer aber auch Schutz bieten, gerade den Schwächeren, Vulnerablen! Nicht einander Böses wollen, sondern danach fragen, was nicht nur uns, sondern auch Menschen in unserer nahen und weiteren Umgebung nützt und dient, und wer gerade besonders Hilfe und Unterstützung braucht! Gebet: „Gott: Bewahre uns davor, anderen zu schaden, Lügen zu verbreiten, Vertrauen zu zerstören, Streitigkeiten zu pflegen. Du willst doch etwas ganz anderes für uns und mit uns. Hilf uns in dieser Pandemie zusammenzuhalten, die Hoffnung hochzuhalten, einander beizustehen. Geh mit uns durch diesen Tag. Lege uns deine Liebe ins Herz und lass uns selber mit ganzem Herzen lieben. Amen.“ –

Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

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Foto: Von meiner Israelreise 2012, wo wir auch einen Abstecher in die judäische Wüste machten nach Qumran. In der abgebildeten Höhle wurden ebenfalls ganz alte Fassungen von Bibeltexten gefunden.