Gott sei Dank bin ich nicht so - wie ... Wie oft wurde dieser Satz in dieser Woche gesprochen, gedacht, gefühlt... Von mir – von anderen – von euch vielleicht auch? - Gott sei Dank bin ich nicht so wie - na ja, wie dieser Verschwörungstheoretiker, der erst auf Ermahnung seine Mund-Nasen-Bedeckung aufsetzt und wirklich meint Corona wäre eine Erfindung der „gesteuerten Medien”. – Gott sei Dank bin ich nicht wie der Vater, der wenn er mal von der Arbeit daheim ist, dann nur am Handy ist, selbst unterwegs mit Kinderuagen oder auf dem Spielplatz, anstatt sich seinen Kindern zu widmen.

Gott sei Dank bin ich nicht so wie die Mitschülerin mit ihren Ökoklamotten und diesem Vegan-Tick: hoffentlich muss ich nie neben der sitzen! Gott sei Dank bin ich nicht so wie diese Bayern-München-Fans: das sind doch diese Erfolgsfans, die gar nicht wissen was es heißt mit seinem Verein um den Klassenerhalt zu zittern! Gott sei Dank bin ich nicht so wie dieser Trump - der steht für das Finstere und die Spaltung: ich aber stehe für das Licht (sagt Joe Biden). – Gott sei Dank bin ich nicht so wie diese Touris, die sich über die Einheimischen aufregen und uns womöglich noch Corona einschleppen! Gott sei Dank bin ich nicht so wie diese Familie: die haben doch wirklich als Familie wenig Geld, aber sie muss noch so viel für Zigaretten ausgeben, und jetzt fahren sie sogar in den Freizeitpark, statt das Geld für Vernünftiges zu sparen! Gott sei Dank bin ich nicht so wie dieser AfD-Wähler, dieser Ewig-Gestrige, der sich seiner Vergangenheit nicht stellt. Gott sei Dank bin ich nicht wie dieser Pastor, der die neuen Medien ablehnt und den Gemeindebrief noch schwarz-weiß drucken lässt. Gott sei Dank bin ich nicht so wie diese eine, die immer so fromm tut und ihre Nase so weit oben trägt. – Gott sei Dank bin ich nicht so... Es ist so menschlich: sich zu vergleichen. Sich abzugrenzen. Und in diesem Vergleichen Selbstbestätigung zu suchen. Aber es macht Gemeinschaft kaputt. Was weiß ich schon von dem Vater am Handy: warum steht er so unter Strom? Was weiß ich schon von dem Ökomädchen, wie die sich für Umwelt und Tiere einsetzt: Ich würde meinen Hut ziehen. Was weiß ich schon von dem Pastor, der Digitales ablehnt: was der für eine großartige Gemeindearbeit macht. Was weiß ich von der Familie, die jetzt mal in den Freizeitpark fährt: es ist der eine Traum, wo sie sonst immer so sparsam leben. Was weiß ich schon, warum der andere so tickt, wie er tickt - und was weiß ich überhaupt von seinem Leben, ich sehe doch nur diesen kleinen Ausschnitt! – Morgen wird in unserem Predigttext einer sagen: „Gott sei Dank bin ich nicht so wie dieser Steuereintreiber!” Und der andere, dieser Zöllner, wird nur sagen: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ – Wenn ihr mehr zu dieser Geschichte hören wollt, kommt morgen doch einfach in den Gottesdienst: um 9.30 Uhr nach Neugalmsbüll, um 11.00 Uhr mit Taufe nach Klanxbüll. Herzliche Einladung! Nachlesen könnt ihr den Text im Lukasevangelium, Kapitel 18, 9–14. Übrigens: Gott sei Dank bist du nicht so wie ich und ich nicht so wie du: sondern wir, du, ich, jede, jeder: einzigartig mit eigener Geschichte. Und nur Gott allein sieht dein Herz! Lass dich nicht runtermachen! Und lasst uns einander nicht runtermachen! Ein gesegnetes Wochenende!

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