Gerald Rohrmann

Predigt in Reimen – am 3. März 2019

(Lukas 10, 38–42)

 

Es ist Fasching, und da hab ich so einen Spleen –

ich hoffe, er wird mir von euch verziehn:

da in Versen zu sprechen und zu dichten.

Der heilige Geist, er möge es richten!

Eines vorweg – was jetzt ja viel in Mode:

die Bibel tät sich schwer mit der Frauenquote!

David, Abraham, Mose – Männernamen sind sehr bekannt –

für die Frauen, die wir da kennen, reicht oft eine Hand! –

Oder?

Doch Moment! Schauen wir genauer, werden wir schnell erfahren –

dass z.B. bei Jesus Frauen sehr wichtig waren!

Auf die Frauen kommt es besonders an:

sie kamen ganz dicht an Jesus heran.

Sie wollten ihn nicht aus der Ferne nur grüßen

sie saßen ihm vielmehr zu Füßen!

Sie lauschten seinen Worten, aber sie packten auch an.

Sie standen gerade Frauen ihren Mann.

Wohl früher als die Männer ahnten sie mit weiblicher Intuition:

Jesus ist nicht nur Mensch: er ist Gottes Sohn.

Sie unterstützten mit Geld, und sie gaben Jesus Quartier

und auf dem Weg zum Kreuz standen sie noch Spalier.

Die Jünger hatten die Gefahr längst gerochen

und hatten sich allesamt verkrochen

Ließen den Freund in der größten Not allein.

Aber den Frauen fiel so etwas gar nicht ein.

War ihr Herz auch ganz schwer vor Traurigkeit

gaben sie Jesus umterm Kreuz treues Geleit.

Und als ein Soldat dann Jesus vom Kreuz abnahm

hielt Jesu Mutter ihren toten Sohn noch im Arm.

Und dann an Ostern – das wissen wir genau!

Zeigte sich Jesus als erstes – einer Frau!

Die Männer haben sich noch müde in den Betten getollt ­–

da war längst am Grab der Stein weggerollt

Frauen entdeckten es morgens als erste ganz früh

sahen den Auferstandenen und fielen vor ihm auf die Knie.

Sie waren die ersten, die für das Wunder Worte fanden –

und erzählten es den Brüdern: Jesus ist auferstanden!

So ist es eigentlich kaum zu erklären,

warum sich manche Kirchen noch wehren

Dass eine Frau Priesterin werden kann:

wieso kann Priester sein: nur ein Mann?

Oder eine Frau als Päpstin – kein Gedanke scheint ferner! –

Jesus jedenfalls war damals schon sehr viel moderner!

Was ein Papst Franziskus alles so kann

das könnte eine Päpstin Franziska vermutlich schon lang!

Auch die Evangelischen – Gott sei es geklagt

haben es erst spät gewagt

Frauen zu Pfarrerinnen zu ordinieren

oder mit Pröpstinnen die Kirche zu regieren.

Erst Anfang der 60er Jahre es erstmals geschah:

die erste Frau in einem Talar!

Wobei die in Emmelsbüll damals große Vorreiter waren:

denn es war schon in den 70er Jahren

Da residierte hier Ort: Brückners Maren!

Und für Pastorin Meike, die nächste Woche verabschiedet wird –

war es mit Neukirchen auch kein kurzer Flirt.

Über 20 Jahre konnte sie die Gemeinde prägen

mit viel Herzblut war sie ein großer Segen!

Ohne Pastorinnen wäre es mau im besondern

gerade bei uns hier in Südtondern.

Ohne Antje Iser-Asmussen, Silvia Kilian-Heinz und Katja Pettenpaul –

als Pastoren gibt es hier manch toughe Frau

Auch im Mitarbeiterkreis stehen Frauen ihren Mann

leiten im Kindergottesdienst die Kinder an,

den Kindergarten, ich will euch Männer nicht verdrießen –

doch ohne Frauen könnten wir den glatt schließen!

häufig sind es Frauen, die Gottesdienste mit gestalten

im Kirchengemeinderat Frauen mitorganisieren und verwalten.

Was alles schief ginge: das wollt ihr gar nicht wissen:

wenn nicht Levke und Renate im Kirchenbüro den Laden schmissen

Ohne Frauen als Küsterinnen blieb manche Kirche geschlossen. –

Und manch Orgelspiel würde nicht genossen.

Wer sänge in unseren Chören dann Sopran oder Alt?

Ohne Frauen blieb unser Kirchenkaffee: kalt!

und will ich bei der Predigt über die Kanzel schauen:

stell ich eitel oft fest: Mensch, du bist (fast) allein unter Frauen!

Ihr Frauen seid für die Kirche ein großes Juwel:

Und darum ich heut auch den Predigttext aus Lukas 10 nun wähl.

Bei dem kommt es an auf jeden Satz:

Zwei Frauen gibt er einen Ehrenplatz.

Die Geschichte spielt in Bethesda, Jesus ist hier:

Zwei Schwestern, Maria und Martha, gaben ihm Quartier.

Sie können sich denken, in der damaligen Zeit

erregte das ganz gewiss Aufmerksamkeit!

Der Rabbi – immerhin noch los und ledig

kehrt ein bei zwei Frauen: ist das denn nötig?

Was wurde getratscht, was wurde erzählt:

„Die haben sicher nicht nur Datteln geschält!“

Doch Jesus, den hat das nicht gestört –

Gerüchte sind für ihn keinen Pfifferling wert!

Das können wir uns schon bei Jesus abschauen:

wir sollten nie vorschnell Gerüchten trauen!

Von Maria und Martha ist hier geschrieben,

zwei Schwestern, die beide doch sehr verschieden!

Zwei Schwestern, und wenn der Schein nicht trügt

herrscht zwischen den beiden bisschen Zickenkrieg.

Ich stelle sie mir vor: Martha, bienenfleißig

ob zwanzig Esser kommen oder gar dreißig,

das macht ihr nichts aus, die Küche ist ihre Domäne,

sie hat alles im Griff, mit fliegender Mähne

schmeißt sie den Haushalt und versorgt den Garten,

kommt unverhofft Besuch, muss der nicht lang warten!

Ruckzuck wird ein Getränk und warmes Essen serviert!

Bei Martha läuft all das wie geschmiert!

Dem Nachbarsjungen seh ich sie auf die Schulter tippen:

Komm, Junge, du brauchst etwas auf die Rippen!

Sie ist ein mütterlicher Typ, Hausfrau mit Passion!

Wenn alle satt sind und zufrieden, das ist ihr schönster Lohn.

Maria ist da anders, eher ruhig, verträumt

wenn Martha im Haus anpackt und putzt und räumt,

sitzt Maria im Garten, schaut den Vögeln hinterher,

blickt in den Himmel und vergisst alles um sich her,

sie macht sich viele Gedanken um Gott und die Welt,

Gespräche, Diskussionen, das ist’s, was ihr gefällt!

Dass sie die Arbeit vergisst, kommt bei ihr schon mal vor

dafür hat sie für jeden ein offenes Ohr,

kommt jemand in der größten Betriebsamkeit:

Maria nimmt sich für ihn ganz viel Zeit.

Jesus kommt! Martha springt gleich in die Küche,

bald erfüllen das Haus wunderbare Gerüche,

Martha kocht und bruzzelt und gart,

wie eine Hausfrau es tut, wenn sie Gäste hat,

sie springt um das Brot in die Glut zu legen,

und um die Krümel vom Boden aufzufegen,

sie holt den Schlauch mit dem köstlichen Wein,

ach ja, und Nachtisch muss auch noch sein,

sie bäckt einen Kuchen mit Feigen und Rosinen:

„Maria, kannst du unsern Gast bedienen?

Reich ihm die Schüssel mit Wasser zum Hände-Waschen –

Finger weg, du sollst nicht vom Kuchenteig naschen!

Pflück noch ein paar Datteln, hol Oliven aus dem Garten!

Wo bleibst du denn, lass mich hier nicht so lang warten!“

So ruft sie, Minuten sehr rasch vergehn

nur von Maria ist weit und breit nichts zu sehn!

Jetzt wird Martha ungeduldig, Maria bleibt weg!

Martha schaut nun doch wütend um‘s Eck!

Da sieht sie Maria, es tut sie verdrießen.

Sie sitzt doch bei Jesus, ihm glatt zu Füßen!

Wie ein Schüler bei seinem Lehrer sitzt – Martha sieht das genau: –

Aber, das geht doch nicht, Maria ist kein Schüler: sie ist eine Frau,

die hat nichts zu lernen über Gott und die Welt

eine Frau muss nur wissen, wie man das Haus bestellt.

Und Jesus spricht mit ihr, was sagt er doch gleich?

Er erzählt ihr von Gott und dem Himmelreich!

„Maria, komm her, lass den Meister doch gehen!

Wir Frauen sollten hier n der Küche stehen!

Lass sie Männer doch ruhig diskutieren,

lass sie predigen und philiosophieren!

Eine Frau in eine solche Runde nicht gehört!

Unser Platz ist hier – direkt am Herd.

So ist es doch Sitte, so ist es doch Brauch!

Und hörst du nicht: Jesus knurrt längst sein Bauch.

Hilf mir gefälligst bei der Hausarbeit!

Dasitzen und Zuhören, dafür ist keine Zeit!

Du, langsam krieg ich meinen Groll!

Komm, Jesus, sag ihr, dass sie helfen soll!

Auf dich hört sie eher, schick sie zu mir her!

Denn so, wie es jetzt läuft, so ist es nicht fair!

In der Backröhre bruzzelt schon das Lamm,

ich racker und schufte, und hier, die Madam

Die rührt keinen Finger, was macht sie bloß?

Gar nichts! Ihre Hände legt sie in den Schoß!

Jetzt werd‘ ich echt langsam ungeduldig:

Jesus , sprich ein Machtwort, das bist du mir schuldig!“

Wenn wir Martha so hören – wer kann sie nicht verstehn? –

Doch was sagt Jesus? Was wird gleich geschehn?

Jesus schaut Martha lange an.

„Martha, weißt du, dass ich dich gut leiden kann?

Du sorgst dich um mich, machst dir große Mühe,

standest heute schon auf in aller Frühe,

machtest dich an die Arbeit, ganz beizeiten,

um alles für mich so schön vorzubereiten!

So sehr liebst du mich, ich dank‘ dir dafür!

Ich freu mich auf dein Essen und bin gerne hier!

Aber schau, wie soll ich dir das jetzt sagen?

Liebe geht nicht nur durch den Magen!

Das auch, doch, kommt dir’s auch merkwürdig vor –

Liebe geht auch: durch das Ohr!

Liebe kann auch heißen: alles beiseite zu legen,

stille zu werden: auch darauf liegt Segen!

Liebe bedeutet einfach: den Mut,

das zu tun, was einem selbst guttut.

Ohne mich mit dem Gedanken zu plagen:

was werden die anderen jetzt dazu sagen?

Maria tut es gut jetzt hier zu sitzen

und mir zuzuhören, und das wird ihr auch nützen!

Liebe heißt doch auch: hören, was Gott uns sagt,

Liebe heißt hören, was meinen Nächsten so plagt.

Liebe heißt füreinander ganz Ohr zu sein,

nicht mit halbem Ohr hören, das wäre nicht fein,

hören kann der, wer wirklich verweilt,

wer nicht als hin und her in die Küche eilt,

um nebenher Arbeiten noch zu verrichten,

mit Geschirr zu klappern und Wäsche zu schichten

Du nimmst dir für das Kochen Zeit.

Auf diese Weise schenkst du Liebe und Gastfreundlichkeit.

Maria liegt es mehr mir zuzuhören.

So schenkt sie mir ihre Liebe: und auch da soll sie niemand stören.

So zeigt sie mir: du bist das, was zählt,

alles andere kann warten auf dieser Welt!

Darum also sitzt Maria nun hier!

Und wenn du magst, komm jetzt auch zu mir!

So selten bin ich doch euer Gast,

auch wenn du wegen mir viel Arbeit hast,

das Essen kann warten, komm, setz‘ dich her!

Erzähl mir, wie’s dir geht, und noch vieles mehr,

und ich will dir von mir berichten

und von Gott dir erzählen in Geschichten,

lass uns erst den Hunger unsrer Seelen stillen –

danach können wir unsre Mägen füllen!

Und gibt‘s dann statt Lammhaxe und Feigensouflee

nur Brot und etwas Käse, tut mir das nicht weh!“

Liebe Gemeinde, wie sieht’s aus – ich denke schon:

ihr alle kennt so eine Situation!

Stellt euch vor: Ihr ladet ganz groß ein:

das kann Weihnachten oder Geburtstag sein,

die Familie kommt, Kinder, Enkel sind da,

das kommt selten vor und ist wunderbar.

Die wichtigste Frage, sie wird nicht vergessen:

Wenn so viele kommen: was gibt es zum Essen?

Dass alle sich sehen, das freut uns doch sehr,

dann muss auch was Großes zum Essen her!

Die Familie ist zusammen, klopft im Wohnzimmer Sprüche, –

nur eine, die fehlt – sie steht in der Küche,

während die Kinder im Wohnzimmer berichten

was erzählenswert ist an Lebensgeschichten,

steht die Hausfrau am Herd und rührt in den Töpfen,

während im Wohnzimmer alle lachen, muss sie das Suppenhuhn köpfen,

während der Vater Urlaubsfotos zeigt,

sich die Hausfrau über den Bräter neigt,

und selbst beim Essen noch ist sie ständig auf Achse,

schenkt Wein nach und sieht nach der Haxe,

nach dem Essen der Abwasch, kräftig molochen,

ach ja, und auch schon den Kaffee kochen,

So geht es bis zum Abend, die Gäste nun gehen,

„Es hat super geschmeckt, Auf Wiedersehen!“

Nur eine Frage die Hausfrau noch quält:

Was haben die Kinder denn alles erzählt?!

Das Essen war lecker, alle haben sich gelabt,

doch vom Besuch hat die Hausfrau so gar nichts gehabt!

Ist es Euch etwa schon mal so ergangen?

Könnt ihr mit der Geschichte hier etwas anfangen?

Die Frage man ruhig stellen kann:

Hätten es belegte Brote vielleicht auch getan?

Belegte Brote und dafür viel Zeit

zum Reden und Zuhören, wäre das nicht gescheit?

Ein schönes Essen ist super: doch man kann auch Frikadellen

bei Knudsen oder Martin Sell bestellen!

Oder statt Tisch eindecken mit Tellern oder Majotuben

geht’s einfach zum Essen in die Klanxbüller Stuben.

Oder auf Südwesthörn oder zu Annelie Rasch

nach Neukirchen – oder zu Fegetasch.

Einfach am gedeckten Tisch sitzen, auf das warten, was man bestellt ,

und viel Zeit haben zum Schnacken, was das Zeug hält!

Oder man lädt ein, und – das wär ja auch mal ein Hit:

jeder, der kommt, bringt von daheim etwas mit

Zum Essen und packt sein Geschirr wieder ein,

um so intensiver kann die Zeit miteinander sein.

Nach dem, was wir wissen, was die Bibel so zeigt,

ist Jesus gutem Essen nicht abgeneigt.

Den Dienst einer Hausfrau weiß er zu schätzen,

er wollte Martha bestimmt nicht verletzen.

Er sagt hier, so wie es der Lukas erzählt:

Maria hat mit dem Zuhören den guten Teil erwählt!

Er sagt nicht: den besseren Teil, Jesus will nicht gewichten,

abwägen, urteilen, schlecht machen, richten!

Er sagt nicht, was Martha tut, das ist schlecht,

er sagt umgekehrt: was Maria tut: das ist recht.

Für den einen ist es Zeit mit alten und neuen

Rezepten einen Menschen zu erfreuen,

jemanden mit gutem Essen verwöhnen,

und mit einem wunderschönen

gedeckten Tisch zu überraschen,

miteinander ein köstliches Dessert dann noch naschen,

für den anderen ist es schöner, das Kochen zu lassen,

sich einfach an der Hand zu fassen,

und miteinander zu erzählen

von schönen Dingen und von solchen, die quälen,

einander zuhören mit Aufmerksamkeit.

Dafür nehm ich mir viel zu selten Zeit!

Einander zuhören, ohne alles schon zu wissen,

Hören wie Maria, die Jesus sitzt zu Füßen,

nicht mit den Gedanken woanders sein,

sondern dem andern zeigen: Was du mir sagst, das zählt jetzt allein!

Gewiss, manchmal tut es not, zu machen, zu tun,

Arbeit anzupacken, sich engagieren, nicht ausruhn,

mit ganzer Kraft sich in eine Aufgabe zu knien

alles zu geben ohne Scheu vor Mühn!

Doch manchmal tut es not, alles aus der Hand zu legen –

stille zu werden: das ist dann Segen!

Nur wer Stille auszuhalten wagt,

kann hören, was Gott zu ihm sagt.

Nur in der Stille finden wir die Kraft,

mit der es sich nachher viel besser schafft.

Und wer sich Arbeit wegzulegen auch mal traut

der beugt damit vor manchem Burnout!

Das wird uns gesagt in diesen lauten Tagen,

die den Namen: Fastnacht, närrische Zeit auch tragen

Nach Fastnacht mit ihrer ganzen Fülle

kommt die Zeit der Besinnung, kommen Tag der Stille,

in denen wir Jesu Leiden gedenken,

und ihm, unserm Herrn, alle Zeit der Welt schenken.

Das wäre ein Vorsatz für die kommende Zeit:

darauf zu achten, wären wir dafür bereit:

Dass wir in aller Hektik, allem Sich-Sputen

uns jeden Tag nehmen ein paar Minuten,

um einfach unsre Hände zu falten,

das können Junge genauso wie die Alten,

ruhig auch erwartungsfroh die Bibel aufschlagen,

und hören: was will Gott mir heute sagen.

Vielleicht wären wir ja sogar bereit,

für täglich eine gewisse Zeit

Um einem Menschen zuzuhören

mit ganzem Ohr, niemand soll uns stören!

Das kann der Nachbar sein nebenan,

nachdem ich mich mal erkundigen kann,

oder die Frau, deren Herz von Trauer schwer,

vielleicht auch mein Kind, mit dem ich lange nicht mehr

geredet habe mit ganz viel Zeit

und vor allem: mit ganzer Aufmerksamkeit!

Und vor allem – lass es dir sagen:

tu nicht das, was andere von dir erwarten: Du darfst vielmehr wagen

Einfach zu tun, wonach dir ist, was dir gut tut.

Lass die anderen dann ruhig reden: Habe du für dich aber den Mut!

Tat es die Martha damals auch sehr verdrießen:

Maria, sie sitzt Jesus zu Füßen.

Sie hört wie ein Jünger, was Jesus so sagt.

Als Frau unter Männern: sie hat es gewagt!

Seither steht fest: Jünger sein, das darf und kann:

bei Jesus ein jeder: ob Frau oder Mann!

Ihm zuhören, das ist immer richtig,

und sein Wort weitersagen ist für Frauen und Männer gleich wichtig! –

Ähneln wir mehr Maria oder Martha? – Das ist nicht einerlei:

die beiden stehen ja für zwei

Ganz verschiedene Arten als Christ zu leben

beide Arten soll es in der Kirche auch geben.

Ein Christ vom Typ Martha, der setzt sich für andere ein,

ist jedem zu Diensten und sich für nichts zu fein,

Gemeinde will er auf Vordermann bringen

tut überall auf soziale Gerechtigkeit dringen

macht Projekte, Suppenküchen, Tafelladen, Angebote,

gibt Gemeinde eine aktive Note.

Während die andern diskutieren, ist er längst bereit

krempelt die Ärmel hoch und sagt: es ist höchste Zeit!

Ein Christ vom Typ Maria sagt: Bevor ich etwas tue,

geh ich in die Stille, such‘ ich die Ruhe,

schlag die Bibel auf, grübel über Gottes Wort,

zieh mich zurück an einen einsamen Ort,

höre nach innen und falte die Hände,

übergeb alles an Gott, er bringt die Wende,

Ich setz mich hin, hör andern zu, lass sie ihr Herz ausschütten –

dann können wir gemeinsam Gott um sein Zutun bitten!

Auch das heißt Glauben: mal an gar nichts zu denken,

– mich einfach in Jesu Liebe versenken,

alle Sorgen, allen Alltag außen vor zu lassen,

– nur Jesus in meinen Blick zu fassen,

nicht zu überlegen: was alles passieren kann –

einfach Jesus vertrauen: darauf kommt es an!

Nicht den Erwartungen anderer an mich genügen müssen –

einfach verschnaufen dürfen zu Füßen.

Maria oder Martha? Das ist kein Problem:

Beide sind Jesus angenehm,

beides ist Glauben: hören und tun,

aktiv sein und still sein, schaffen und ruhn,

Powern und machen und sehr viel geben

aber auch stille halten und Jesus das Kommando übergeben!

Alles hat seine Zeit, und nur eines tut not:

unser Leben zu leben zugewandt zu Gott!

Manche können es in diesen Faschingstagen gut leiden

sich etwas auszudenken und sich verkleiden.

Nicht immer gilt es in einer Reihe zu hüpfen.

Manchmal sollten wir aus der Rolle fallen, in eine Verkleidung schlüpfen.

Als Kind war ich kein Draufgänger, doch, ich geb es zu.

Heimlich träumte ich von Old Shatterhand und Winnetou.

An Fasching durfte ich als Kind es dann wagen

Indianerschmuck und eine Pistole zu tragen.

Für paar Tage kam ich mir vor auf dieser Welt

wie ein unerschrockener, furchtloser Held!

In unserer Geschichte, wie sie Lukas erzählt

Hat Maria für einen Tag eine neue Rolle gewählt.

Sie zog keine Jungensklamotten an.

Aber saß zu Jesu Füßen: so wie ein Mann.

Wie ein Schüler bei seinem Lehrer, sie wusste genau.

Eigentlich gehört sich das nicht für eine Frau.

Doch sie saß da keine Sekunde vergebens.

Für sie war es die Rolle ihres Lebens.

Schüler sein und auf Jesus zu hören,

wie er erzählt und die Menschen kann lehren.

Und mit jenem Tag wurde die Welt ein Stückchen schlau.

Alle wussten nun: Schüler, Jünger, Christ, Priester sein: das kann Mann so wie Frau.

Manchmal ist ganz egal: was jetzt die anderen denken.

Es gilt Gott unsre ganze Aufmerksamkeit schenken.

Es gilt nicht nur zu träumen, sondern mit ganzem Willen:

einen Herzenstraum von uns mit Leben füllen.

Was immer ihr tut, habt wie Maria den Mut:

das zu tun, was euch gerade gut tut.

Auch wenn es vielleicht einen anderen stört.

Deswegen ist es ja noch lang nicht verkehrt!

So möchte ich schließen in Jesu Namen!

Alles Gute, Gottes Segen. Ich sage noch:

Amen.