1. April vor 20 Jahren – das war der erste April ohne meine Oma. An dem Tag hatte sie immer Geburtstag. Oma, die für uns Enkel da war, mithalf Kreppel zu backen an Fasching, damit wir unsere Schulfreunde einladen konnten. Oma, die den besten Schokopudding mit der besten Vanillesoße kochte, und den gab es immer samstags. Oma, die uns gerne etwas zusteckte und bei der wir gerne übernachteten: das war immer aufregend. Oma, die Kinder einfach gern hatte und ihre Urenkel so knapp verpasste: unsere älteste Tochter war gerade unterwegs, als Oma starb. Der 1. April war immer ihr Geburtstag. Vor gut 20 Jahren ist sie gestorben. Heute muss ich an sie denken. Und ihr habt vielleicht auch so einen Herzensmenschen, der schon lange gegangen ist und doch seinen Platz in euren Herzen behält. Bis wir uns hoffentlich im Himmel einmal alle wiedersehen.

1. April. An dem Tag musste man schnell sein. „Dein Schuh ist offen“, „Über dir hängt eine dicke Spinne“, „Hast du ein riesiges Loch hinten in der Hose“, „Wie, weißt du nicht, dass wir heute die Mathearbeit schreiben?“ – Am 1. April kam es darauf an den anderen als erstes in den April zu schicken. Mit ernster Unschuldsmiene irgendwelche Sachen erzählen, die nicht stimmen, aber dem anderen einen riesen Schrecken einjagen. Und dann rufen: April, April! Das machte diesen Tag so besonders. „Es hat geschneit!“ – Wenn mir das gestern jemand zugerufen hätte, bevor ich aus dem Fenster geschaut hätte – ich hätte wohl als erstes „April, April“ gesagt und dann erst gemerkt, dass noch März ist. – Also, passt gut auf, was ihr heute erzählt bekommt. Aber wenn jemand sagt: Mensch, Gott hat dich lieb! Dann darfst du ihn beim Wort nehmen. Das ist kein Aprilscherz: Egal, was wir angestellt haben. Gottes Herz ist riesig groß für uns. So ähnlich eben wie das Herz von meiner Oma! –

Bleibt behütet!