„Du warfest mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben, dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen … Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt.“ (Jona 2). So betet Jona nach der Überlieferung des gleichnamigen biblischen Buches Jona im Bauch des großen Fisches, der ihn verschlungen hat. – Morgen ist die Geschichte des Jona unser Predigttext, und ich möchte im Gottesdienst in Klanxbüll dabei das ganze Buch Jona, das aus nur vier Kapiteln besteht, vorlesen.

Weihnachten ist einfach, da stellt man einen Baum auf, kauft Geschenke, und in der Kirche gibt es ein Krippenspiel. Ostern – Ostern ist einfach, da versteckt man Ostereier, auf dem Herd schmort das Osterlamm, und in die Kirche kann man schon um 6.00 Uhr morgens. Aber Pfingsten – wie feiert man Pfingsten? – Wie schmückt man daheim, was gibt es zu essen, wie sieht ein Gottesdienst zu Pfingsten aus? Pfingsten ist jedenfalls – ja, lebhaft. Bunt.

Eigentlich wollte ich heute losfahren. Richtung Frankfurt sollte es gehen. Auf den Kirchentag 2021, auf den ich mich schon so lange gefreut hatte! Ganz in die Nähe meiner alten Heimat. In Frankfurt, wo ich mich ganz gut auskenne. Gottesdienste, Musik, Markt der Möglichkeiten, Feierabendmahl, Begegnungen, Impulse, all das, was Kirchentag ausmacht, mitnehmen. Jetzt kam alles anders. Bei mir mit der Gesundheit. Und beim Kirchentag mit der Coronasituation. Aber Kirchentag fällt nicht einfach aus. Er findet statt – anders, kleiner, dezentraler, digitaler. Aber es wird Anregungen geben, und auch von Nordfriesland aus hat man die Möglichkeit die eine oder andere Veranstaltung im Fernsehen oder im Internet mitzuerleben.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder (Psalm 98,1).

Ja, manchmal muss man neue Lieder anstimmen, neue Wege gehen, neue Ziele sich suchen, neue Herausforderungen annehmen. Nicht immer kann alles bleiben, wie es ist. Gott steht für Beständigkeit, ist und bleibt derselbe, die selbe, auf sein Wort ist Verlass. Aber er wirkt auch immer wieder Neues in unserer Mitte, zeigt sich jeden Tag neu in seiner Liebe zu uns, offenbart uns immer wieder neue Seiten seiner Treue. Darum können Lieder gleich bleiben und dürfen doch auch neu werden, weil es mit Gott im Leben immer Neues zu entdecken gibt. – Ich melde mich zurück. Heute ist der erste Tag meiner langsamen beruflichen Wiedereingliederung. Ich musste und muss viel neu lernen nach so einem Herzinfarkt. Hab tolle Menschen kennengelernt in der Klinik und in der Reha. Habe vertraute Menschen an meiner Seite ganz neu wertschätzen gelernt: wie gut, euch haben zu dürfen! Habe Tipps bekommen, Gesprächsangebote, liebe Gesten, Briefe, Wünsche: habt alle Dank dafür. Habe Menschen in unseren Gemeinden, die einfach eingesprungen sind, als ich nicht konnte, und es lief bestens! Ich bin unendlich dankbar noch hier auf der Erde unter euch weilen zu dürfen.

„Wir ziehen hinauf nach Jerusalem!“ So sagte es Jesus und löste viel Freude, Erwartung, Hoffnung bei seinen Jüngern aus. Auf eine besondere Zeit mit ihm in der heiligen Stadt. Auf ein unvergessliches Passafest. Und auf weitere Wundertaten. Ja, und wer weiß, vielleicht würde Jesus in dieser heiligen Stadt noch mehr von sich offenbaren und zeigen. So dass alle merken: dass ist der Messias. Vielleicht würde jetzt wirklich die erhoffte Heilszeit anbrechen. „Wir ziehen hinauf nach Jerusalem“. Man zieht immer hinauf. Nach Jerusalem.

Moin Zusammen. Leider muss ich mit den Impulsen wohl erst einmal aussetzen. Liege hier im Krankenhaus … Das letzte Mal mit 10 Jahren oder so. Und jetzt gleich doch etwas heftig. Das Leben ist kostbar und riesig zerbrechlich. Hütet diesen Schatz! Jeder Tag ist ein grandioses Geschenk! – Heute ist Weltklimatag. Dazu eine Liedstrophe: Gott gab uns Ohren, damit wir hören, er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott will nicht diese Erde zerstören, er schuf die gut, er schuf sie schön. –  So lasst uns auch alles tun die Erde zu erhalten! Schon um unserer Kids Willen. Bleibt behütet –

Euer Pastor Gerald