Wir sind längst in der zweiten Woche der Passionszeit angekommen. Die diesjährige Aktion: „Sieben Tage ohne Denkblockaden. Spielräume nutzen“ hat diese zweite Woche (von Mittwoch zu Mittwoch) unter die Losung gestellt: Von der Rolle. Und verweist auf einen Bibeltext im Alten Testament: Jeremia 1,4-8. Der Profet Jeremia erzählt dort von seiner Berufung zum Profeten. Gott spricht zu ihm: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete.“ Und Gott erklärt Jeremia, er habe ihn von Anfang an zum Profeten für die Völker bestimmt. Jeremia erwidert, er sei noch zu jung. Aber Gott sagt: „Sage nicht: „Ich bin zu jung!, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir und will dich erretten,“, spricht der Herr. – Wow, das ist ein starker Text.

Zum einen diese Aussage: Gott kannte Jeremia, schon lange, bevor er überhaupt gezeugt und im Mutterleib herangewachsen ist. Gott kennt uns immer schon. Manchmal überlege ich: Was war mit mir eigentlich vor meiner Zeugung und Geburt? Gab es mich da schon irgendwo anders, meinetwegen als Seele im Himmel, die dann einen Körper zugewiesen bekam? Oder bin ich praktisch aus dem Nichts heraus ins Leben gerufen worden? Dass ich immer schon ein Gedanke Gottes war, das finde ich ungemein tröstlich. Und das werde ich auch für immer sein dürfen: Gott wird seine Gedanken niemals vergessen und wird mich halten über den Tod hinaus! – Und das andere Starke an dem Text ist diese große Zusage an Jeremia: „Ich bin mit dir!“ – Das ist das „Wir schaffen es“ in der Sprache Gottes. Du bist nicht allein! Das wird schon! – Und es wird, weil Gott da ist und hilft und mit anpackt. Deshalb gelten keine Ausreden! – Wie oft haben Menschen zunächst ganz ähnlich reagiert wie Jeremia, als ihnen eine große Aufgabe angetragen wurde: „Ich bin zu jung!“ – „Ich bin nicht fromm genug!“ – „Ich bin zu alt!“ – „Ich habe keine Ahnung davon!“ – „Ich habe keine Zeit!“ – Aber wenn es deine Aufgabe ist, zu der du bestimmt bist. Dann wirst du einen Fürsprecher, eine Fürsprecherin an deiner Seite haben, die gegen diese Bedenken anredet. Und wenn Gott dich da haben will, dann wird er es schaffen, dass du dich ziehen lässt und irgendwann einwilligst und einfach vertraust: Nicht du musst das jetzt schaffen: sondern Gott will es mit dir schaffen! So wachsen Menschen über sich hinaus! Wie Jeremia! – Ich finde es sehr sympathisch, wenn sich nicht jeder gleich alles zutraut. Wenn wir manchmal Skrupel haben oder denken: „Andere können das doch viel besser!“ – Aber befrage deinen Gott, was sein Plan mit dir ist. Und dann, ja – dann gib Gott auch eine Chance! – In dem Sinne: Bleibt behütet!154123507_264935588477488_736848095760293301_n.jpg