„Zum Nachmachen!“ So bieten Gemeinden und Kirchen besondere Aktionen auf sozialen Plattformen wie Facebook an. Das Prinzip ist wunderbar: Eine Gemeinde hat eine Idee ausprobiert, umgesetzt, Erfahrungen gesammelt und gibt diese Idee nun weiter. Das kann der Entwurf einer Konfirmandenstunde sein. Oder eine coronagerechte Aktion für Kinder, etwa eine Bastelarbeit mit einer Nascherei dabei, in Papiertüten den Kindern nach Hause gebracht. Oder ein Gottesdienstentwurf, eine Idee für einen Kindergottesdienst. Oder der Austausch von Erfahrungen mit digitalen Gottesdiensten und Austausch über die unterschiedlichsten Plattformen, die man dafür nutzen kann. „Zum Nachmachen!“ Wie schön, wenn man nicht alles selber erfinden muss.

Wenn andere eine Idee haben, eine Aktion durchgeführt haben und das dann allen zugänglich machen: Bedient euch, ihr dürft es nutzen! „Zum Nachmachen!“ Manchmal wollen wir gerne originell sein. Manchmal haben wir selber gute Ideen, die vielleicht auch für unser Umfeld viel besser passen als das, was andere unter anderen Umständen erarbeitet haben. Aber manchmal ist es auch großartig und entlastend, das Rad nicht immer selber erfinden zu müssen und einfach übernehmen zu können, was andere vorgearbeitet haben. „Bedien dich!“ Wie großartig, wenn das mein Mitschüler mir damals sagte, wenn ich die Hausaufgaben vergessen hatte und in der Pause das ganze so schnell nicht hinbekommen hätte. Ich durfte abschreiben und entging einer schlechten Note. „Bedien dich!“ – Wir könnten noch viel genauer hinschauen: auf so viele Beispiele, die uns täglich vorgemacht werden. Wenn ich bei meinem pubertierenden Kind an Grenzen stoße! Wenn ich als Pastor gerade überhaupt keine Idee habe, welche Bastelaktion ich im Kindergarten anbieten kann. Wenn der Kindergeburtstag ansteht. Wie schön, wenn ich dann in den sozialen Netzwerken oder im Austausch mit anderen Ideen bekomme, Anregungen und manchmal sogar ein fertiges Konzept. Und wie schön, wenn ich etwas, was ich entwickelt, entworfen, ausprobiert habe, selber anbieten und weitergeben kann: Wenn ihr mögt: Macht das nach oder nehmt davon, was für euch passt: bedient euch! Wenn Jesus Menschen in die Nachfolge ruft und sagt: „Folgt mir nach!“ – dann schließt das mit ein: sich bedienen zu können bei den Ideen, die Jesus für Menschen entwickelt, bei seiner Liebe, die er vorlebt, bei seinen Predigten, mit denen er Menschen von Gott erzählt, und sogar bei den Wundern, die er wirkt. Allerdings ist das viel mehr als ein bloßes Nachmachen. Die Bibel sagt, dass in Menschen, die Jesus nachfolgen, Jesus gegenwärtig ist, sein Geist, seine Liebe, seine Ideen. Sie tun, was sie tun, „in seinem Namen“. So kann Nachahmung gelingen und bleibt doch stets individuell und originell: jeder und jede so, wie er oder sie kann, jeder und jede auf seine und ihre Weise, mit den Gaben, die Gott uns mitgegeben hat. Morgen im Gottesdienst gibt es noch etwas mehr zum Thema: „Nachmachen!“. Aus Neugalmsbüll senden wir live um 11.00 Uhr. „Gott. Wenn der Akku mal leer ist. Wenn wir keine Ideen haben. Dann lass uns schauen, was um uns herum passiert. Lass andere uns etwas zeigen und sagen: Komm, bedien dich. – Hab Dank, dass Jesus uns so viele Beispiele gibt, was möglich ist, wenn wir ihm nachfolgen. Hilf uns unseren Weg zu finden und dabei ihm auf den Fersen bleiben. Wo wir leer sind, fülle du uns. Amen.“

Lasst uns Jesu Liebe nachahmen, so, wie wir das können. Gott hilft uns dabei! Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

 

Foto: In meinem Vikariat in Nussdorf hat mein Lehrpfarrer Uli Müller-Weißner das freie Predigen vorgemacht. Er hatte meist nur eine Karteikarte mit Stichworten auf der Kanzel! Da musste ich ja irgendwie mitziehen und bin dankbar für diese Schule! Liebe Grüße in die Pfalz, das Foto stammt von Pfarrer Martin Anefeld aus Nussdorf! Danke! 157575289_269988061305574_1653282487267399307_o.jpg