50 Meter bis zum Paradies! Dass es in Deutschland für viele Dinge genaue Gesetzesregelungen gibt, ist ja bekannt. Die Corona-Zeit bringt dabei noch ein paar besondere Stilblüten hervor. So gibt es eine „Speiseeis-Abstandsgebot-Schleckverordnung“, kurz SASV genannt (na ja, die Bezeichnung und die Abkürzung habe ich mir ausgedacht, aber vielleicht steht sie ja als solche wirklich im Gesetzbuch drinnen), nach der Eisdielen zwar Eis zum Mitnehmen verkaufen dürfen, dieses aber wirklich auch „mitzunehmen“ ist, und zwar mindestens 50 Meter, bevor man sich an den Verzehr desselben macht. Wer dies an Tagen wie dem heutigen bei strahlendem Sonnenschein einmal selber ausprobieren will: es ist eine gleich in dreifacher Hinsicht große Herausforderung für den eisschleckenden Kunden, die eisschleckende Kundin.

Günter Hirt, katholischer Pfarrer i.R. hier in Horsbüll und Initiator des wichtigen und so segensreichen Lebenshaus-Projektes in Uganda, hat mir anlässlich unseres täglichen Corona-Glockenläutens dieses Gebet zum Glockenläuten geschickt: von Monique van de Ven: „Gott des Lebens, die Glocken erinnern uns: Du bist da. Wir bitten dich: Verbinde unser Beten zu einem tragfähigen Netz der Gemeinschaft untereinander, das uns Ruhe, Kraft und Besonnenheit schenkt. Sei du unser Halt in Unsicherheit, Zweifel und Einsamkeit. Dein Heiliger Geist wirke in unseren Worten und Taten, dass unser Handeln verantwortungsvolle Liebe sei. Hilf uns, nicht im Sturm der Absagen zu erstarren, sondern mit deinen Augen zu sehen und zu erkennen, was in diesen Tagen ANGESAGT ist: Achtung voreinander, Mitgefühl füreinander, Glaubenskraft miteinander. Wo unsere Grenzen beginnen, vertrauen wir auf deine Zusage: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Soweit dieses Gebet!

Dir, lieber Günter, ganz lieben Dank, und sei herzlich gegrüßt! Und Ihr Lieben: Lasst euch von den Glocken erinnern, dass Gott da ist und niemanden vergessen hat! - Bleibt behütet!

Euer Pastor Gerald

Moin Ihr Lieben!

Wie gut tut Musik in diesen so besonderen, schwierigen Zeiten! Hört ihr viel Musik daheim? Oder nutzt die Zeit euch autodidaktisch oder via Internet das Spielen eines Musikinstrumentes beizubringen? Unser Chor Joyful Voices tauscht regelmäßig musikalische Grüße aus. Und Birgit, unsere rührige Chorleiterin, versorgt uns mit Musikdateien, damit jede und jeder zu Hause die Musikstücke einüben kann, die wir momentan nicht in Chorproben einstudieren können. Singen tut einfach für die Seele gut, gerade in diesen Zeiten. Und manchmal ertappe ich mich schon dabei, dass ich abends, der ganzen Talkshows müde, vor lauter Verzweiflung auf das Deutsche Musik-Fernsehen umschalte um mir etwas Schlager in die Ohren zu holen, oder bei der Wiederholung von Florian Silbereisens Schlagernacht verweile…

Er hat ihn geschwänzt, den Gottesdienst. War einfach nicht gekommen, als sie an diesem ersten Sonntag nach Jesu Sterben zusammensaßen. Die anderen aber waren da. Und haben das Erlebnis ihres Lebens gehabt: Jesus ist uns begegnet! Ja, sie konnten mit ihm reden. Er hat sich ihnen gezeigt! Kein Zweifel, er war es wirklich: ihr Herr! – Er aber hat geschwänzt. War woanders. Zumindest körperlich. Denn seine Gedanken, seine Sehnsucht kreisten auch um Jesus. Aber er konnte nicht glauben, dass sie Jesus jetzt noch mal sehen würden. Von Angesicht zu Angesicht. Dass es etwas bringen würde wie zu einem Gottesdienst zusammenzusitzen und an Jesus zu denken und zu beten. Er war woanders, vielleicht allein mich und seinen Gedanken und seiner verwundeten Seele und seinem abhanden gekommenen Glauben.

Freitag: Wieder einmal schwirrt mein Kopf von den vielen Nachrichten und Talkshows, die ich konsumiert habe... Manches kommt erst jetzt so richtig bei mir an: Große Konzerte und Fußballspiele wohl eher vor Sommer 2021 nicht... Eine Sommerurlaubsreise 2020 außerhalb des eigenen Bundeslandes eher unwahrscheinlich... Für einen Weihnachtsgottesdienst und Krippenspiel in gut gefüllten Kirchen in diesem Jahr sieht es ja momentan auch nicht wirklich gut aus... Es geht ja gar nicht mehr darum einfach den April oder Mai oder meinetwegen die Zeit bis zum Sommer zu überbrücken. Wir müssen in viel längeren Zeiträumen denken...

Sieben Jahre war er fort. Als er in sein Haus zurückkehrte, sah er in seinem Garten die Nachbarskinder spielen und toben. Sofort verjagte er sie. Seine ungeheure Gestalt – er war ein Riese – half ihm dabei mit. Dann zog er eine hohe Mauer um sein Grundstück. Endlich hatte er Ruhe. Es war gerade Winter. Aber im Garten des Riesen blieb der Winter. Ohne Kinderlachen und spielende Kinder vor der Haustür kam kein Frühling, sang auch kein Vogel, erblühte im Garten des Riesens keine Blume, trug kein Baum eine Knospe. So fiel auch der Sommer und der Herbst aus. Es wurde wieder Winter. Und langsam fühlte sich der Riese ganz schön einsam.