Ihr wollt wissen, wie es mir ergangen ist - gestern, bei meiner Frisörin? Es fühlt sich richtig gut an, kann ich da nur sagen, mit weniger Last auf dem Kopf 😊. Und ich hoffe, es ist – lieber Henning, du hattest dich gestern ja ganz lieb um mich gesorgt – nicht so wie bei dem biblischen Samson, der alle seine Kraft verlor, als ihm die Haare gestutzt wurden! Erleichtert war ich, dass mich unser Mops ins Haus ließ – ich fürchtete erst, er würde mich gar nicht mehr erkennen! Ich war so beschwingt nach dem Haarschnitt , dass ich die Besorgungsliste, die ich für Klanxbüll von meiner Frau noch mitbekommen hatte, prompt vergaß und auf direktem Wege gleich nach Hause fuhr! – Ich war aber auch beschwingt, weil ich beeindruckt war von der, die die Schere schwang.

Was sie so erzählte, wie sie diese Zeit des Lockdowns und des geschlossenen Geschäftes mit ihrer Familie gemeistert hat, wie wichtig es jetzt aber auch war, existentiell wichtig, dass sie den Laden wieder aufmachen durfte. Wieviel Tatendrang und Zuversicht sie ausstrahlte. Eine echte Hoffnungsträgerin in diesen Pandemiezeiten! Hoffnungsträger! Die sind gesucht in diesen Zeiten. Wir brauchen Menschen, an denen wir uns aufrichten können. Die, die für uns und mit uns durchhalten und auch mal mitkämpfen. Die für uns ein gutes Wort parat haben, wenn wir gerade durchhängen. Und manchmal kannst du und vielleicht auch ich selber für andere ein Hoffnungsträger sein! Nach dem Hoffnungsläuten letztes Jahr vor Ostern und dem Hoffnungsleuchten mit den Sternen zu Weihnachten hat jetzt unsere Nordkirche um Pastorin Emilia Handke das Projekt Hoffnungsträger gestartet. Und natürlich haben wir in den Vier Bülls und 1 Koog auch die dazugehörigen Hoffnungsträgerbänder geordert: ein grünes Band, das man am Handgelenk tragen und später in die Erde legen kann. Das Papier ist vollständig kompostierbar und zugleich mit Blumensamen durchzogen. In die Erde gelegt und gegossen, wächst daraus, das ist die Hoffnung, eine wunderbare Blumenmischung der Sonne entgegen! Am kommenden Sonntag in unseren Gottesdiensten in Horsbüll und Emmelsbüll, die erstmals seit Mitte Dezember nicht rein digital, sondern mit Gemeinde stattfinden sollen, liegen diese Bänder zum Mitnehmen bereit, und wer so gerne eines haben möchte, einfach bei mir melden! Und dazu haben wir heute eine wunderschöne neutestamentliche Losung: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannesbrief 4,16). Was für eine Botschaft! Gott ist ganz ganz viel. Aber vor allem, das ist das Allerwichtigste, was wir von ihm wissen sollen: er und sie, Vater und Mutter: ist Liebe! Liebe, die dir gilt. Und wo du selber liebst mit deinem Herzen, da ist Gott in dir am Wirken. Geliebt zu sein und zur Liebe eingeladen zu sein: das macht Hoffnung. Auch in schwierigen Zeiten! Gott. Hilf uns Hoffnung zu bewahren. Hoffnung auszustrahlen und zu leben. Behüte alle, die anderen Hoffnung geben! Amen.

Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

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