„Wir ziehen hinauf nach Jerusalem!“ So sagte es Jesus und löste viel Freude, Erwartung, Hoffnung bei seinen Jüngern aus. Auf eine besondere Zeit mit ihm in der heiligen Stadt. Auf ein unvergessliches Passafest. Und auf weitere Wundertaten. Ja, und wer weiß, vielleicht würde Jesus in dieser heiligen Stadt noch mehr von sich offenbaren und zeigen. So dass alle merken: dass ist der Messias. Vielleicht würde jetzt wirklich die erhoffte Heilszeit anbrechen. „Wir ziehen hinauf nach Jerusalem“. Man zieht immer hinauf. Nach Jerusalem.

Egal, von welcher Seite des heiligen Landes man kommt. Jerusalem ist hoch gelegen. Und zugleich scheint man auch dem Himmel ein Stück näher zu sein. In Jerusalem. Als ich vor 9 Jahren dort war, kam es mir so vor. Alles schien besonders. Und vieles so heilig. Drei große Religionen mit heiligen Stätten dicht an dicht in dieser Stadt vereint. Man konnte gar nicht so in den Tag leben ohne auf Gott gestoßen zu werden, wenn der Muezzin ruft oder die Glocken läuten oder orthodoxe Juden den Weg kreuzten. Ein besonderes Flair liegt über dieser Stadt. Damals, das wisst ihr, kam alles anders, als die Jünger erwartet hatten. Und doch wurde aus diesem anderen gerade der Beginn einer neuen Hoffnung. Am Ende stand nicht das Kreuz, sondern Ostern. Die Freude von Ostern, die aber nur durch das Kreuz hindurch zu haben ist. Jesus scheitert am Kreuz, so schien es. Aber in Wirklichkeit zeigt sich darin Gott in aller Herrlichkeit. Kein Ort ist mehr gottverlassen. Kein Leid soll mehr einsam machen. Denn dein Gott steht bei dir. Jesus weiß, wie sich deine Not anfühlt. Dafür steht das Kreuz. Und von Jerusalem geht die Botschaft aus: Bist du ganz unten! Am Ende. Ist Gott dir nur noch näher. Er lässt dich nicht los. Er leidet mit dir mit. Bei ihm hast du Zukunft. Alles wird gut! In diesen Tagen brauchen wir diese Botschaft besonders. Die Covid-19-Pandemie macht so vielen zu schaffen. Ich persönlich brauche die Botschaft dieser Karwoche auch. Mein Weg führt nicht nach Jerusalem, sondern nach St.-Peter-Ording. Drei Wochen Reha sind angesagt. Über Ostern! Ich liebe Ostern, es ist für mich ein ganz besonderes Fest. Dieses Mal nicht daheim. Die Familie wird mir fehlen! Und ihr auch! Aber in Gedanken bin ich bei euch! Ihr seid in super Händen bei meinem Vertretungspastor Pastor Buttchereyt und dem Team, mit dem wir die Ostergottesdienste wie jedes Jahr vorbereitet hatten. Und er vertritt mich auch weiterhin, ganz lieben Dank!!! - Jerusalem mit Jesus – diese Zeit hat damals viele neue Gedanken angestoßen und den Jüngern wichtige Erkenntnisse gebracht. Ich hoffe, St. Peter-Ording mir auch! Mehr loslassen. Neu entdecken. Wie sehr jeder Tag kostbar und nichts selbstverständlich ist, spüre ich gerade intensiv. Und kann nachbuchstabieren, was ich manchmal anderen versuchte weiterzugeben: Immer in Gottes Hand! Tiefer fällst du nicht! Da das Internet dort in der Klinik eher bescheiden ist, werde ich allenfalls mal einen kurzen Gruß senden können. Sofern das möglich ist. Und soll ja auch Ruhe halten! Euch aber schon mal von hier: gesegnete Ostern. Und egal, in welchen Bülls oder wo ihr zu Hause oder gerade in einer Klinik oder in einer Reha seid: Gemeinsam hinauf nach Jerusalem ziehen wir in diesen Tagen. Im Herzen. In Gedanken! Mit Jesus! Er hält uns!

Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

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