„O Freunde, nicht diese Töne. Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und freudenvollere.“ So fängt sie an, in der 9. Sinfonie von Beethoven, die Ode an die Freude. Gestern Abend wurde sie auf unzähligen Balkonen und Terrassen intoniert. Selbstständige Profimusikerinnen und -musiker, momentan ohne Aufträge, mischten sich genaus unter die Spielenden wie Hobbymusiker. Und andere machten einfach Türen und Fenster auf und lauschten. Mal für einen Moment kein Corona. Mal für einen Moment keine Sorgen und Klagen- sondern Freude. Mal für eine Moment etwas Europaumspannendes, wo derzeit jedes Land vielleicht viel zu sehr auf sich alleine gestellt ist und die Herausforderung durch Corona noch viel zu wenig als Herausforderung für Europa als ganzes gesehen wird und für die Welt. Ausgerechnet die Ode an die Freude, die Europahymne, wurde gespielt. Und mancher sprach vielleicht auch den Text leise mit: „Seid umschlungen, Millionen, dieser Kuss der ganzen Welt. Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen.“

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In Zeiten, wo man sich besser nicht umarmen sollte, wurde ein musikalischer Kuss von einem zum anderen gesandt, virenfrei. Ein kostbares Zeichen der Verbundenheit. – An den liebenden Vater , die liebende Mutter, mit der Gott gestern im Predigttext bei Jesaja verglichen wurde, fällt uns momentan gar nicht so leicht zu glauben. Gott lässt das Virus nicht einfach zu. Und er vergräbt sich nicht hinter den Wolken. Er ist uns , sie ist uns sehr Ist mit uns in Quarantäne. Ist bei uns, wenn es ärztliche Hilfe nicht mehr gibt. Stärkt Ärztinnen und Pfleger, dass sie die Arbeitsbelastung schaffen. Schenkt Forschenden Ideen, wie das Virus in den Griff zu kriegen ist. Ist der Anruf, der die Einsame erreicht. Nicht hinter den Sternen. Mitten unter uns, in uns, wohnt der liebende Gott. Du kannst ihn heute zu den Menschen bringen!

Seid gesegnet! Euer Pastor Gerald

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