In der Bibel, im Buch der Sprüche 8 spricht die Weisheit: „Der Herr hat mich schon gehabt am Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war ... Als er die Himmel bereitete, war ich da ... als er die Grundfesten der Erde festlegte, da war ich beständig bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.“ (Sprüche 8,22–31 in Auszügen). Das ist der Bibeltext für die erste Woche der Aktion: Sieben Wochen – ohne Denkblockaden. – Spielräume nutzen.

Das ist ja eher einer der unbekannteren Texte in der Bibel. Aber was für ein schönes Bild: die spielerische Weisheit Gottes wird beschrieben. In der Bibel ist die Weisheit „die weibliche Begleiterin des großen Schöpfers, ein feminines Wesen, das untrennbar zu ihm gehört“, so hat es Regionalbischöfin i.R. Susanne Breit-Kessler in ihrer Andacht zu dieser Textstelle formuliert. Was für ein großartiges Bild: die Weisheit als Kind, das spielerisch mit den Gegebenheiten umgeht, Entdeckungen macht, sich an den Schöpferwerken freut. Wir denken Gott oft in männlichen Bildern und Zügen und haben dabei die weiblichen Bilder für Gott in der Bibel fast verdrängt. Die Weisheit erscheint hier wie ein Mädchen, das Gott als Schöpfer in ihrer kindlichen Leichtigkeit dazu ermuntertz diese Welt so bunt, so vielgestaltig und schön zu formen. Jedes Geschöpf: eine „Spielart“ der Liebe Gottes. Jeder Mensch: Gottes Ebenbild und darin eben ein Gotteskind, in dem sich ganz viel von Gottes Weisheit spiegeln möge! – Spielende Kinder sind oft besonders kreativ. Spielende Erwachsene lassen manchmal Sorgen hinter sich, sehen das Leben nicht mehr so verbissen, entwickeln mehr Freude und Fantasie. – Wenn Johannes sein Evangelium beginnen lässt: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns“, dann schwingt in dem griechischen Wort „Logos“/Wort auch die Bedeutung von Vernunft und Weisheit mit. Jesus verkörpert Gottes Weisheit, Gottes Liebe zu den Menschen. So kann er ohne Vorurteile auf jedes Menschenkind zugehen. Ohne Denkblockade Gebote auf ihren eigentlichen göttlichen Willen befragen. Sorglosigkeit und kindliches Vertrauen predigen. Gott als „Papa“, „Vater“ ansprechen, sich von Kindern unterbrechen lassen und den Erwachsenen sagen: „Werdet wie die Kinder, sonst könnt ihr in Gottes Reich nicht kommen.“ – Vielleicht kann sie uns zum Beispiel dienen, diese spielende Weisheit Gottes im Buch der Sprüche: öfter mal spielen! Manche Dinge einfach etwas leichter nehmen. Uns vertrauensvoll an Gott anlehnen. Mit Lust die Wunder der Natur betrachten. Und vorurteilsfrei und mit Freude aufeinander zugehen!

Bleibt behütet! Euer Pastor Gerald

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Foto: Wolfgang Eckert, Pixabay

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